Digitaldruck | Grafisch, 2D

X-treme: Fantastische Welten

Auf Events und Festivals tauchen die Besucher heute in fantastische Welten ein. Viele der traumhaften Kreationen sind buchstäblich aus Luft, kunstvoll verpackt von den Inflatables-Spezialisten von X-Treme. Nun gut, ein paar Digitaldrucke braucht es auch noch. Text: Sonja Angerer

X-treme: Fantastische Welten

X-treme-Stand auf der Fespa 2018. Foto: C. Galuschka

Der Sommer ist für X-treme immer eine hektische Zeit. Denn die Hunderten von Festivals in Europa bieten heute nicht nur Musik und Unterhaltung, sondern auch eine inspirierende Umgebung. Für „Tomorrowland“, ein weltbekanntes Festival für elektronische Musik im belgischen Boom, realisierte X-Treme ein riesiges, beleuchtetes Luftschiff im Steampunk-Design: Das gab Gold bei den Fespa Awards 2018 für Dan Vandevoorde und Suyin Aerts, und zwar in der Kategorie „Bedrucktes Textil“.

Das im belgischen Zaventem beheimatete Unternehmen produzierte für die mit Metall gestützte Konstruktion etwa 120 qm Druck auf A. Berger Bannertex mit einem Durst Rhotex. Das Schnittmuster wurden mit einem Zünd D3-Cutter digital ausgeschnitten, die Teile sorgfältig vernäht: In nur drei Wochen war ein neues Wahr­zeichen fertiggestellt für ein Festival, das jährlich etwa 400.000 Besucher anzieht.

Die Idee kam aus Spanien

X-treme bedient sich bei Aufträgen dieser Art eines großen Netzwerkes von spezialisierten Dienstleistern. Nur eine Handvoll festangestellter Mitarbeiter dirigieren und steuern die verschiedenen Teams, die insgesamt Hunderte von Mitarbeitern haben können. Denn X-treme ist ebenso flexibel wie die aufblasbaren Kunstwerke, die man herstellt. Das muss auch so sein. Denn obwohl man nicht nur für Festivals, sondern etwa auch für Events, Werbeaktionen, 
Museen oder Messebauer tätig ist, bleibt das Projekt-Geschäft stark volatil und entsprechend hektisch – extrem eben. Eigentlich kein Wunder, wenn man Kunden wie das „Parookaville“- oder „Tomorowland“-Festival bedient. 

Die Entwürfe für die fantastischen Kreationen liefern zumeist spezialisierte Künstler. Sie werden in Cinema 4D- oder CAD-Programmen entworfen, manchmal auch klassisch zunächst als Tonmodell aufgebaut. Daraus entstehen dann die Schnittmuster, die auf Textilmaterial auf Rolle gedruckt werden. Aussteifungen oder Balge werden aus luftundurchlässig beschichtetem Material wie Mehler Polymar 8205 gefertigt. Weil an den Nähten aber fast immer Luft austritt, muss mit Gebläsen Luft „nachgefüttert“ werden – ohne Strom keine klassischen Inflatables. 

 Eine formelle Ausbildung für die Herstellung von Inflatables gibt es aber nicht. Und so kam auch X-Treme-Gründer Dan Vandevoorde zu dem Geschäftszweig ein bisschen wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kinde: Bei einem Studienaufenthalt in Bilbao Mitte der 1990er Jahre lernte er das Thema kennen. Denn zur Eröffnung der Sommerolympiade in Barcelona 1992 waren eindrucksvolle Inflatables gezeigt worden.

In Zentraleuropa waren aufblasbare 3D-Kon­struktionen da noch weitgehend unbekannt. Nach Abschluss seines Studiums entschloss er sich deshalb, die in Spanien gewonnenen Kontakte zu nutzen, und sein Unternehmen in Belgien aufzubauen. Zunächst unterhielt er noch eine eigene kleine Druckabteilung. Bald aber reichten die Kapazitäten dort nicht mehr, so dass man sich qualifizierte Druckpartner mit schnell skalierbarem Ausstoß suchte. 

Inflatables und mehr

Rund zehn Jahre später bat er seine Partnerin Suyin Aerts, in das Geschäft einzusteigen. Denn diese hatte eben ihr Studium der Wirtschafts­wissenschaften abgeschlossen und übernahm die Projektsteuerung sowie das Marketing. Als ausgebildete Ballett-Tänzerin und Schauspielerin tritt sie „nebenbei“ bis heute im belgischen Fernsehen als Schauspielerin und Moderatorin auf. Sie bietet Kommunikationsberatung an und moderiert auch internationale Veranstaltungen – wie 2018 die Fespa-Gala. Bei X-Treme bauten sie und Vandevoorde gemeinsam das Unternehmen aus und erweiterten die Produktpalette.

Denn neben den klassischen Inflatables, bei denen ein Gebläse für Standfestigkeit sorgt, bietet man heute auch luftdichte Mini-Inflatables an, die keiner dauerhaften Luftzufuhr bedürfen, außerdem großformatige Bannerdrucke. „Letzteres hat bei uns aber keine große Priorität“, erklärt Vandevoorde, „zumeist bestellen die Kunden Groß­formate zusammen mit den Inflatables, um die Aktion abzurunden. Gerne kommen solche Bestellungen auch in einem sehr knappen Zeitfenster. Da sind wir um unsere zuverlässigen und schnellen Partner froh.“

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