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Flexibilität, Investition und Differenzierung

Wie Schilder- und Großformatdruckereien sich auf die Zukunft vorbereiten können: Jurgen Verhulst, Marketing Manager EMEA bei SAi, wagt einen Blick in die Zukunft.

Screenshot SAI Flexi Software

Foto: SAI

Die schrittweise Rückkehr günstigerer Marktverhältnisse und das gestärkte Vertrauen von Unternehmen sind zwar eine willkommene Abwechslung von den Jahren nach 2008, aber die Herausforderung für Schilder- und Großformatdruckereien besteht jetzt darin, die Disziplinen, den Kundenfokus und die fortschrittlichen Initiativen beizubehalten, die damals ihr Überleben ermöglichten.

Nichts auf die lange Bank schieben

Viele Unternehmen sind schlanker und fitter aus der großen Rezession hervorgegangen, wobei aber sehr wahrscheinlich große, in den Sparjahren aufgeschobene Investitionsentscheidungen auf der To-do-Liste geblieben sind. Unternehmen, die Strategien entwickeln, welche ihre Investitionsentscheidungen beeinflussen, müssen einen Blick auf Markttrends und die mögliche Zukunft des Schilder- und Großformatmarktes werfen. Hierbei können sich tiefgehende Diskussionen mit branchenführenden Anbietern von Hardware und Software als sehr wertvoll erweisen. Entgegen dem Wirbel um neue Medien und Technologien wie Digital Signage sieht die Zukunft des Schilder- und Display-Marktes zwar gut aus, aber eins ist sicher: der Markt wird nicht in seiner momentanen Form bleiben.

Ein Zukunftsmarkt mit Hürden

Betrachten Sie die Produkte, die momentan den Grundstock Ihres Unternehmens bilden. Darunter sind vielleicht Fahrzeugbeschriftungen, Lkw-Banner, Straßenwerbung, Fahnen, Café-Absperrungen, bunte Flurgrafiken und Kakemonos. Wie viele von diesen wurden vor 20 Jahren produziert? Es besteht kein Grund zur Annahme, dass das nächste Jahrzehnt bzw. die nächsten beiden Jahrzehnte nicht eine weitere Welle neuer Anwendungen bringen werden. Der Wandel von Leinwand zu Digital hat viele Änderungen mit sich gebracht, aber sogar noch mehr Gelegenheiten für Kleinstauflagen, kostengünstigere Produktion und Anwendungen auf einer größeren Substratvielfalt. Kleinbetriebe, Schulen, Organisationen und andere Unternehmen, die nie mehr als einfache Schilder gekauft hatten, kaufen jetzt bunte und kreative Transparente, Displays und andere Anwendungen.

Um diese neuen Kunden zu bedienen, mussten Schilder- und Displaydruckereien aus ihrer Komfortzone herauskommen, notwendige Investitionen tätigen und ihre Denkmuster ändern, um die neuen Chancen dieses Marktes wahrzunehmen.

Erschließt Ihr Unternehmen das Potential Ihrer Ausrüstung?

Um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Sie u. a. aus Ihrem komfortablen Umfeld ausbrechen. Ein Teil dieses Prozesses besteht darin, zu erkennen, wozu Sie bereits heute schon in der Lage sind. Das bedeutet nicht unbedingt, in neue Anlagen investieren zu müssen, sondern eher, flexibel sein und das Meiste aus Ihren bestehenden Ressourcen herausholen zu können.

Eine Möglichkeit ist, Software-Aboprogramme von Anbietern wie z. B. SAi zu nutzen. Hierüber werden Lizenzen für Vollversionen der neuesten Softwareprogramme freigeschaltet, die für begrenzte Zeiträume für spezifische Jobs oder in Spitzenzeiten eingesetzt werden, wenn Bedarf für zusätzliche Kapazitäten besteht. Diese Programme erkennen an, dass es kein Einheitskonzept für alle Unternehmen gibt. Monats- und Jahresabos bieten ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis und können von Erlöskonten bezahlt werden, wodurch das Kapital geschützt wird.

Wenn Sie sich hardwareseitig erneut mit den momentan von Ihnen ungenutzten Funktionen Ihrer Drucker und Cutter vertraut machen, können sich hierdurch ebenfalls neue Chancen auftun. Wer würde von Anwendungen profitieren, die ungenutzte Funktionen nutzen? Wenn es momentan keinen Markt für sie gibt, können Sie einen für sie schaffen?

Eine weitere künftige Entwicklung wird das Entstehen von Lösungen für Nischenanwendungen sein. Die Integration von RIP- und Design-Software in Druckerpaketen wird zunehmend zum Standard. Mit anwendungsspezifischen Komplettlösungen können neue Märkte erschlossen werden, für die eine schnelle, lokale Produktion hochwertiger Produkte angeboten wird. Avery-Denisons Drucksystem TrafficJet für retroreflektierendes Straßen- und industrielle Schilder ist ein gutes Beispiel hierfür. Es handelt sich hierbei um eine Komplettlösung mit Drucker, Tinte, Substrat und SAi-Software. Ähnliche Lösungen für Wandbespannung, digitalen Textildruck und sogar Druck auf Holz und Glas gibt es entweder bereits oder wird es in naher Zukunft geben.

Natürlich bedeuten neue Anwendungen und Märkte nicht, dass man alte Fähigkeiten und Techniken aufgeben sollte. Man sollte sie aber mit der richtigen Wahl an Ausrüstung, Software und Medien voranbringen.

Erweitern statt ersetzen

Von SAi Flexi-Benutzern gesammelte Daten auf der ganzen Welt zeigen, dass für 56% aller Beschriftungsaufträge das Folienschneiden verwendet wird. Diese Zahl demonstriert, dass der digitale Druck nach 20 Jahren keine Ersatztechnologie für das Folienschneiden geworden ist, sondern den Markt erweitert und neue Chancen eröffnet hat. Einer der Gründe für die andauernde Dominanz des Folienschnitts ist, dass Handhabung und Schneiden einfacher und effizienter geworden sind. Optimaler Ausschuss zur Minimierung von Abfall und schnelle, präzise Cutter machen den Einsatz von Folie weiterhin erschwinglich und rentabel. Wetter- und Abriebbeständigkeit sind weitere Faktoren, die Folienbeschriftungen für Schilderhersteller und Kunden attraktiv machen.

Wie ein Nutzer unserer SAi Flexi-Software sagte: „Unsere Kunden schätzen saubere Linien und moderne Designs, und sie mögen hochwertige Materialien. Durch die Wahl der richtigen Materialien kann die Gesamtwirkung verbessert werden. Gegossene Folie hat eine große Farbtiefe und durch neue Farben wie Metallic, klare Folie mit Hochglanz-, Seiden- oder matter Oberfläche können sich unsere Kunden differenzieren.“

Es besteht kein Zweifel, dass sich der Schilder- und Großdruck-Markt in den kommenden Jahren – möglicherweise drastisch – verändern wird. Abgesehen von technischen und wirtschaftlichen Faktoren werden Aspekte wie Umweltvorschriften, Vertriebslogistik, Energie und andere Auswirkungen auf Unternehmen haben.

Diese Faktoren werden neben Herausforderungen auch Chancen für diejenigen eröffnen, die sie erkennen. Führende Anbieter können mit ihrer Erfahrung, globalen Reichweite und ihren Forschungs- und Entwicklungsressourcen mit Unternehmen aller Größen und Branchen zusammenarbeiten, um neue Technologien und Einnahmequellen für eine sichere Zukunft zu erkunden.

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