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Auf das richtige Messer kommt es an

Katz Display Board (KDB) ist die richtige Wahl für Beschilderungen „Made in Black Forest“. Product Development Manager Scott Treick lässt sich von den LARGE FORMAT-Lesern über die Schulter schauen und erklärt, wie man das Material perfekt verarbeitet.

Auf das richtige  Messer kommt es an

Foto: Katz Group

Da haben wir den Salat: Der Kunde will eine Premium Display Board-Lösung für seine gedruckten Schilder, am liebsten ,,… irgendwie grün“. Als Druckdienstleister müssen Sie nun liefern, und das ist gar nicht so schwer: Mit KDBs können Sie ein Material anbieten, das aus nachhaltig bewirtschafteten heimischen Wäldern stammt, vielseitig verwendbar, gut zu bedrucken und problemlos und kostengünstig mit dem Papiermüll zu recyceln ist. Aber das wissen Sie wahrscheinlich schon, sonst würden Sie womöglich meine neue Kolumne hier nicht lesen.

Wissen Sie aber auch, wie das KDB hergestellt wird? Das nämlich ist wichtig, um zu verstehen, wie man es am besten verarbeitet. Der Kern der Boards besteht aus Holzschliffpappe, das sind sehr fein gemahlene Holzfasern, welche mit Wasser vermengt werden. Ähnlich wie beim Filz liegen diese Holzfasern in alle Richtungen, und bilden so ein luftiges, aber sehr haltbares Material. Die meisten von Ihnen kennen es wahrscheinlich von Bierdeckeln. Das ist auch kein Zufall, unsere Unternehmensgruppe ist weltweit einer der größten Hersteller. Bei den KDBs wird der Holzschliff-Kern in der Regel beidseitig mit Papier kaschiert, welches sich speziell für den Digitaldruck sehr gut eignet, wodurch hervorragende Druckergebnisse erzielt werden können. 

Als holzbasiertes Medium gelten für die KDBs ähnliche Verarbeitungshinweise wie beim Papier: Die Luftfeuchtigkeit an der Verarbeitungsstelle sollte 45 bis 55 Prozent betragen, ideal sind Temperaturen zwischen 18 und 22 Grad. Das Plattenmaterial ist zwischen 1,2 und 5 mm stark und deshalb noch etwas ruhebedürftiger als Papier: Wenn irgend möglich sollte es 48 Stunden vor der Verarbeitung bereits in der Halle sein. Es gibt KDBs speziell für wasserbasierte und lösemittelhaltige Tinten. In der Regel werden sie aber mit Siebdruckfarben- oder UV-härtenden Tinten bedruckt. Bei letzteren sollte man unbedingt darauf achten, die stärker flexible UV-Tinte zu wählen, wenn der Hersteller Ihres Digitaldruckers so etwas anbietet. Denn die spätere Verarbeitung auf dem Schneidetisch funktioniert dann einfach besser. 

Eine sehr harte Tintenschicht kann leicht abspringen, vor allem dann, wenn sie durch hohen Farbauftrag verhältnismäßig dick ist. Das gilt im Grunde auf jedem starren Substrat, und besonders dann, wenn es geschnitten oder konturgeschnitten werden soll. Bereits beim Design der Beschilderung sollte man deshalb darauf achten, dass keine zu kleinen Radien geschnitten werden müssen. Als Faustregel gilt: Alles unter 1 cm Radius kann schwierig werden.

Welche Messer sind geeignet?

Mit den Herstellern Bullmer, Esko und Zünd haben wir umfangreiche Tests zum Schneiden unserer KDBs ge­fahren. Aber auch Schneidetische von Summa, Valiani, Aristo, Canon / Océ und Agfa liefern im Zusammenspiel mit Katz Display Boards gute Ergebnisse. Für Zünd-Cutter besteht sogar die Möglichkeit eine Datei mit Voreinstellungen für den Cut-Manager bei uns anzufordern, die dann ganz einfach nachinstalliert werden kann. Diese Möglichkeit, sowie die Bereitstellung eines Cutting Guides für Zünd-, Bullmer- und Esko-Schneidetische, erleichtert dem Operator die Einstellung und damit die Verarbeitung von KDBs um ein Vielfaches.

Für Katz Display Boards eignen sich starre und oszillierende Messer, egal ob pneumatisch oder elektrisch getrieben. In der Regel nimmt man starre Messer für gerade Schnitte bei hoher Geschwindigkeit und oszillierende für feinere Details und geringere Radien. Gute Ergebnisse erreicht man mit Klingen für Kartonagen, für dickere Qualitäten kann auch ein Messer speziell für Hohlkammerplatten verwendet werden. 

Nicht geeignet sind in jedem Fall die sogenannten HSS (High Speed Steel)-Klingen. Sie kommen mit den verschiedenen Faserrichtungen nicht zurecht, werden dann sehr schnell stumpf und reißen das auflaminierte Deckpapier kaputt. Zudem wird der Druck dadurch stark beschädigt. Wichtig ist auch die Wahl der richtigen Unterlage. In der Regel sind die Filzunterlagen, die der Hersteller mit dem Schneidetisch mitliefert, auch für KDBs ideal. Beim Einsatz des Zünd EOT (Electric Oscillating Tool) hat sich eine unbeschichtete, 3 mm starke MDF-Platte als sinnvolle Alternative erwiesen. Auch bei der Verarbeitung von KDBs gilt, wie bei allen anderen Plattenmaterialien: wer mit weißen Handschuhen arbeitet, schützt die Oberfläche der KDBs und den Druck vor unschönen Fingerabdrücken.

Die Katz Display Boards lassen sich natürlich nicht nur im Through-Cut-Verfahren, welches sich vor allem für den Einsatz von Hängeschildern oder PoS-Beschilderungen sehr gut eignet, verarbeiten. Auch das Schneiden mit Halbtief- oder V-Cut-Schnitten ist für die Erstellung von tollen Displays und dreidimensionalen Objekten möglich.

Bis dahin viel Glück und Erfolg, Ihr Scott Treick 

Der Verarbeitungs-Guide für Katz Display Boards

In der englischsprachigen Broschüre „Processing Recommendations“ hat The Katz Group detaillierte Hinweise zur Verarbeitung mit Schneidetischen von Bullmer, Esko und Zünd zusammengestellt. Sie können kostenlos heruntergeladen werden. 

 

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