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Interview: Rüdiger Maaß, Geschäftsführer f:mp.

Die Zukunft gestalten

Seit wann gibt es den ,,Geprüfter Medienproduktioner /f:mp.“ – und was war der Auslöser für die Initiative?

Rüdiger Maaß: Der erste Kurs wurde 1995 / 1996 ins Leben gerufen. Damals mit 25 Teilnehmern, die dann im Herbst 1996 in Form einer Assessment-Center-Prüfung die Bildungsmaßnahme abgeschlossen haben. Auslöser für das Angebot war die Tatsache, dass es zu diesem Zeitpunkt eigentlich überhaupt keine organisierte Weiterbildung für Produktioner gegeben hat. Deshalb haben sich der vormalige Geschäftsführer und Vorstand des Produktioner-Clubs, der später zum f:mp. wurde, der Situation angenommen und dieses einzigartige Weiter­bildungsformat ins Leben gerufen – mit Erfolg, denn heute gibt es über 500 „Geprüfte Medienproduktioner / f:mp.“(LARGE FORMAT 4-15)

f:mp-Geschäftsführer Rüdiger Maaß stellte sich den Fragen der LARGE FORMAT.

Rüdiger Maaß: Ursprünglich lag der Fokus des Kurses ausschließlich auf Print samt Vorstufe. Im Lauf der Zeit und dank der neuen Herausforderungen im Markt hat sich das Profil der Weiterbildung stark verändert – nicht nur in den Inhalten, sondern auch in den Strukturen. Derzeit ist die Weiterbildung modular aufgebaut und setzt ganz unterschiedliche Schwerpunkte, neben Print wären das die Druckveredelung Online / Mobile /Digital, Digitaldruck und visuelle 
Kommunikation. Somit ist für jeden etwas dabei und „Universal-Medienproduktioner“ haben die Möglichkeit, die derzeit aktuell wichtigsten Themen des Berufsstands bei einem Anbieter zu absolvieren. 

Welche Lücke schließt sie im Zusammenspiel mit IHK-Ausbildungen wie etwa dem Mediengestalter Digital und Print?

Rüdiger Maaß: Ich glaube nicht, dass diese Weiterbildung eine Lücke schließt, sondern eher den sehr komplexen Bedarf in der Medienbranche komplett und professionell abdeckt; natürlich immer auf der Basis einer
bestehenden Ausbildung und der zugehörigen Berufserfahrung. 

Wie sind die Berufsaussichten der Absolventen? Wie viele finden nach dem Abschluss einen Job oder steigen beim Arbeitgeber auf?

Rüdiger Maaß: Wir können mit Stolz behaupten, dass derzeit alle „Geprüften Medienproduktioner / f:mp.“ in Lohn und Brot stehen. Da die Weiterbildung sowohl angestellte als auch selbstständige Medienproduktioner absolvieren, ist die Motivation zur Teilnahme allerdings sehr unterschiedlich. Häufig ist der Wunsch, die bisherige Praxiserfahrung durch wichtige Fachkenntnisse – natürlich in einem sehr praktischen Umfeld – zu ergänzen, der Vater des Gedankens. Die zweitwichtigste Motivation ist die Tatsache, dass ein Diplom die Aufstiegschancen und natürlich das Gehalt verbessern. Und nicht zu vernachlässigen ist auch der Vorteil einer offiziellen Anerkennung, mit der sich die Firmen hervorheben oder selbstständige Medienproduktioner im Markt behaupten. Natürlich freuen wir uns über langjährige Firmenpartner wie zum Beispiel die Firma Laudert, die mittlerweile über 20 „Geprüfte Medienproduktioner / f:mp.“ in ihrem Betrieb beschäftigen. Das ist eine Auszeichnung für uns, die alle Projektbeteiligten mit Stolz erfüllt.

Wie hoch ist der zeitliche Aufwand bis zum ,,Geprüften  Medienproduktioner / f:mp."?

Rüdiger Maaß: Für den Schwerpunktkurs PRINT finden an sechs Wochenenden, jeweils Freitag und Samstag, Präsenzveranstaltungen statt. Hinzu kommt noch die Abschlussprüfung. Für die übrigen Kurse sind es jeweils vier bis sechs Arbeitstage und Abschlussprüfung, die in der Regel an zwei Wochenendblöcken absolviert werden. Natürlich ist je nach Vorkenntnissen auch das Selbst­studium notwendig. Der Aufwand hierfür ist jedoch sehr individuell.

Wie viel davon sind Präsenzveranstaltungen / Selbststudium / E-Learning?

Rüdiger Maaß: Die Präsenzver­anstaltungen sind uns extrem wichtig, da die Referenten und Experten individueller auf die Belange der Kursteilnehmer eingehen können. Auch der Austausch untereinander ist extrem wichtig, weil hierdurch der Horizont der Teilnehmer erweitert wird. Sie lernen zum Beispiel die unterschiedlichen Anforderungen der Kollegen kennen und bauen somit ihr Netzwerk aus. Zudem sind die Kurse generell sehr praxisorientiert. Insofern räumen wir den Präsenzveranstaltungen den höchsten Stellenwert und somit auch den höchsten zeitlichen Rahmen ein.

Trotzdem zeigt die Erfahrung, dass sich regelmäßig Lerngruppen bilden und Wissen untereinander geteilt wird. Deswegen bieten wir im Kurs 2015 / 2016 ganz neu zwei Module im E-Learning an. Dazu konnten wir noch keine Erfahrungswerte sammeln, sind aber sicher, dass diese Arbeitsweise vielen Teilnehmern entgegenkommt.

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