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Industrieller 3D-Drucker von HP

10 Mal schneller als bisherige 3D-Drucker soll er sein – der industrielle 3D-Drucker Multi Jet Fusion von Hewlett-Packard. Bis wir den Drucker testen können, wird jedoch noch etwas Zeit vergehen. Nach Angaben von HP soll die Markteinführung erst in 2016 erfolgen.

Multi Jet Fusion von Hewlett-Packard

Der 3D-Drucker Multi Jet Fusion von Hewlett-Packard (Quelle: Hewlett-Packard)

Hewlett-Packard hat auf einer geschlossenen Veranstaltung in New York die 3D-Drucktechnik namens Multi Jet Fusion vorgestellt. Diese soll in den geplanten 3D-Druckern eingesetzt werden.

Das Gerät schichtet Thermoplast-Pulver auf, das mit einer flüssigen Komponente und Wärme fixiert wird. Zum Auftragen des Fixiermittels nutzt HP seine aus Tintendruckern bekannten Pagewide-Druckköpfe und will damit eine um das zehnfache höhere Druckgeschwindigkeit erreichen als bisherige 3D-Drucker. Laut eigenen Angaben sinken damit auch die Druckkosten.

Bauteile werden bei der als HP Multi Jet Fusion bezeichneten Technologie in einem mehrstufigen Prozess aus Materialpulver unter Zuhilfenahme von nicht näher beschriebenen Hilfsstoffen hergestellt. Dies erfolgt im wesentlichen in den folgenden vier Prozessschritten

  1. Schichterzeugung wie bei SLM und SLS
  2. Inkjet-Druck eines Hilfsstoffes im Bereich der Bauteilkontur, der das Verschmelzen des Pulvers erlaubt
  3. Inkjet-Druck eines Hilfsstoffes zur Detaillierung, d.h. hier wird das Verschmelzen verhindert
  4. Flächige IR-Strahlung auf das Pulverbett, die die Materialschicht verschmilzt.

Laut Aussage des Herstellers wird eine Auflösung von 20µm erreicht, was einer Druckqualität von 1200 dpi entspricht – hier werden also knapp 50 Düsen pro Millimeter angeordnet. Diese Technologie ist aus dem grafischen Druck bekannt und bewährt, wenngleich typische Herausforderungen wie Streifigkeit durch Düsenausfall, Redundanzen in der Düsen-Geometrie und Wartung und Pflege der empfindlichen Druckköpfe zur Herstellung von Bauteilen zu lösen sind.
Es soll eine zehnfache Produktionsgeschwindigkeit erreicht werden, was bei der Verwendung von üblichen Druckköpfen auch realistisch scheint. Gleichzeitig spricht man von einem großen Potenzial im Bereich der Bauteileigenschaften wie Elastizität, Festigkeit, Farbgestaltung und Funktionseigenschaften wie thermische und elektrische Leitfähigkeit.

Das Fixiermittel ist wie beim Tintendrucker in Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz vorhanden, sodass die Drucke innerhalb des Druckfarbraumes beliebig gefärbt werden können. Zudem soll die Härte des Materials über die Beimengung von Weichmachern punktuell variierbar sein. Auch die Verarbeitung von Metall- und Keramikpulvern soll möglich werden.

Geräte für Endanwender sollen auch erst im Jahr 2016 verkauft werden, ab 2015 soll es möglich sein, auf den HP-Maschinen gedruckte Objekte zu bekommen.

Weitere Informationen finden Sie hier

www.hp.de

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